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(Übersetzt aus dem Französischen)

01.04.1890


Lieber Vincent,

inzwischen habe ich resigniert, von der Welt je verstanden zu werden. Das ist das Schicksal eines großen Malers. Aber von Dir erwarte ich mindestens etwas Ehrlichkeit in Deinen Briefen. Deine Behauptung, diese mythologische Thematik entdeckt zu haben, wäre amüsant, wenn sie nicht langsam etwas ärgerlich wäre. Zuerst das Ding mit dem Ohr, und jetzt diese verrückte Behauptung, „Fisch und Toaster“ entdeckt zu haben. Etwas netter formuliert: Soll ich sagen, dass Du Dich noch einmal irrst?

Es ist Dir wohl bekannt, dass ich seit Jahren mit der Ancien culte mahorie beschäftigt bin, und dass ich praktisch ein Experte in uralten Kulturen geworden bin. Die Tiefe und Breite meiner direkten Erfahrungen auf diesen Inseln kannst Du nie hoffen zu erreichen. Ich bitte Dich, mein Lieber, wo dürfte man eine uralte Mythologie aufdecken? In den dunklen, gepflasterten europäischen Gassen oder auf den mystischen von Sonnen bestrahlten Stränden von Tahiti? Schon vor sechs Monaten habe ich angefangen, die Elemente von Fischen und Kisten in meine Bilder zu integrieren. Und jetzt, versuchst Du noch einmal mit ein paar schnellen Strichen, einen Hauch meines Ruhmes und Talentes für Dich selbst zu behaupten. Das geht mir langsam gegen den Strich. Gerade jetzt male ich noch ein wichtiges Bild von Teha’amana und ihrer Schwester, das durch die mythologische Symbolik von Fisch und Toaster prägnant wird. Im herrlichem Nachmittagslicht, mit der bedrohenden Macht des ewigen Ozeans im Hintergrund, gebe ich dem Mythos seine unverkennbare Prominenz in der Komposition. Wenn ich das selber so sagen darf, ist das Stück ziemlich geglückt.

Ich bitte Dich nur, lieber Vincent, dass Du jetzt endlich aufhörst Dich mit Deinen aufgeblasenen Behauptungen selbst aufzubauen.
Bleib mit Deinen kleinen Blumenbildern. Du bist der Entdeckung von wichtigen Kunstthemen noch nicht gewachsen.

Paul